Alevitische Gemeinde und Kulturzentrum Frankfurt e.V.

Die Alevitische Gemeinde und Kulturzentrum Frankfurt e.V. ist ein eingetragener Verein, der auf den GrundsÀtzen des alevitischen Glaubens basiert.

Der Verein wurde in 1989 von 43 Mitgliedern gegrĂŒndet. Heute zĂ€hlt das Kulturzentrum ca. 800 Mitglieder. Es spricht, nach vorsichtigen SchĂ€tzungen, eine Gemeinde von ca. 11.000 Personen an.

Unter dem Dach der Alevitischen Gemeinde bestehen noch zwei weitere selbststÀndige Vereine.

Der „SV Mosaik e.V.“ kĂŒmmert sich um die sportlichen AktivitĂ€ten des Vereins. Es existieren bereits zwei Fußballmannschaften.

Die „BDAJ Frankfurt e. V.“ setzt sich fĂŒr die Belange der Jugendlichen innerhalb des Vereins ein. AufklĂ€rungs- und Bildungsarbeit stehen hier ebenso auf der Tagesordnung wie die Vermittlung von Glaubensinhalten und Wertvorstellungen in einer jugendgerechten Sprache.

Im Jahre 2005 hat unsere Gemeinde die Liegenschaft in Frankfurt-Nied erworben. Der GebĂ€udekomplex ist ca. 1400 qm groß und besteht aus einem zweistöckigen HauptgebĂ€ude, einer Konferenzhalle und aus einem Anbau in dem ein Jugendtreff untergebracht ist.

Alevitische Gemeinde Frankfurt am Main gehört der europaweit organisierten Föderation der Alevitengemeinden in Europa (ABF) an. Dass die deutsche Öffentlichkeit ĂŒber die anatolischen Aleviten und ihren Glauben kaum informiert ist, ist kein Zufall. Denn die offizielle TĂŒrkei-Politik â€žĂŒbersieht“ die Existenz von ca. 25 Millionen Aleviten in Ihrem Land. Durch die Verfolgung der Aleviten wurde viel Wissen ĂŒber die alevitische Kultur verschĂŒttet.

Die zentralen Merkmale des Alevitentums entwickelten sich in der Zeit von 13. bis 16. Jahrhundert. Da die Aleviten in Anatolien mit der vorislamischen Kultur weitgehend verbunden blieben und den besonderen geschichtlichen und religiösen Bedingungen ihres Landes maßgeblichen EinflussgewĂ€hrten, unterscheiden sie sich sowohl von orthodox-islamischen Sunniten als auch Schiiten. Ein Gegensatz sowohl zur sunnitischen als auch zur orthodox- schiitischen Glaubensrichtung besteht darin, dass die anatolische Aleviten die Scharia (Seriat), das islamische Rechtssystem, fĂŒr religiöse und weltliche Angelegenheiten, als nicht vom Gott stammend betrachten.

Zentral fĂŒr den alevitischen Glauben ist vor allem die grundsĂ€tzliche Ablehnung der Gewalt, die Gleichstellung von Frauen und MĂ€nnern in ihren Gemeinden, die Bewahrung von matriarchalen Familienstrukturen, die Überlieferung des Glaubens und der Kultur durch Dichter und Saz- Spieler.

 

Aufgaben des Vereins

1. Der Verein verwirklicht seine Ziele als Gemeindehaus

2. Der Verein setzt sich dafĂŒr ein, dass sich die Gedanken des Friedens, der Gleichheit und der Demokratie im gemeinsamen Leben der Immigranten und der deutschen Bevölkerung in Deutschland durchsetzt. Sein Ziel ist es, dass die Idee der VölkerverstĂ€ndigung im praktischen Leben verstĂ€rkt umgesetzt wird.

3. UnterstĂŒtzung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen bei schulischen und beruflichen Bildungsfragen.

4. Hilfestellung bei der Lösung sozialer Probleme der Migranten, insbesondere der Aleviten.

Der Verein erfĂŒllt seine Aufgaben im Rahmen des Grundgesetzes der BRD festgelegten Rechte und Pflichten.

Er wird selbstlos tÀtig und verfolgt nicht in erster Linie wirtschaftliche Zwecke.

„Cemevi“ bzw. als Kulturverein undbeschĂ€ftigt sich mit der Entwicklung der alevitischen Glaube und Kultur. Der Verein fördert den Prozess des kulturellen Austausches der Menschen, die in Deutschland leben und setzt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten fĂŒr die gleichen Rechte der Migranten ein.

Verwirklichung der Ziele des Vereins

1. Organisierung von AktivitÀten, bei denen sich die Menschen der verschiedenen Sprachgruppen gegenseitig kennen lernen und in kulturellen Austausch treten.

2. DurchfĂŒhrung von Kursen und Seminaren zu Sprachen, Musik, Literatur, Theater, Tanz, bildende Kunst, Computer usw.

3. Organisierung und Darbietung von Lesungen, Ausstellungen und Konzerten.

4. AufklÀrungsveranstaltungen im gesundheitlichen, rechtlichen und sozialpolitischen Bereich.

5. Herausgabe von Publikationen aller Art, um die Verwirklichung der Ziele das Vereins zu erleichtern. Öffentlichkeitsarbeit in Form von Pressemitteilungen zu besonderen AnlĂ€ssen und Zusammenarbeit mit Presse, Rundfunk und Fernsehen.

6. Der Verein leistet BeitrÀge zur Untersuchung der Migrationsgeschichte und der alevitischen Kultur durch Befragung von Mitgliedern und Archivierung von Materialien, wie Vereinsdokumenten.

7. Zusammenarbeit mit zustĂ€ndigen deutschen Behörden sowie mit deutschen und auslĂ€ndischen Organisationen. Der Verein begĂŒnstigt in seinen AktivitĂ€ten keine weltanschauliche oder religiöse Überzeugung, nationale oderethnische Herkunft.

Folgende AktivitĂ€ten bieten wir in unserem Verein an:

  • Saz (Baglama )
  • Beratungsstunde fĂŒr soziale Angelegenheiten
  • Cem-Versammlung
  • gemeinsames Essen
  • gemeinsames FrĂŒhstĂŒcken
  • Semah-Kurse
  • Folklore fĂŒr Kinder und Erwachsene