
Herr Stefan von Wangenheim (FDP), Kandidat aus dem Wahlkreis 38 (Nordend, Ostend und Bornheim). Herr Stefan von Wangenheim ist einer von den 8 bisherigen Kandidaten und Kandidatinnen, die unsere Initiative Unterstützt haben. Wir freuen uns Ihnen jetzt Herrn von Wangenheim vorzustellen.
Rubrik Zur Person
Erzählen Sie uns etwas über ihre Person?
Stefan von Wangenheim
Kandidat der FDP im Wahlkreis 38 (Nordend / Ostend / Bornheim)
Geboren am 30. Juni 1955 in Wiesbaden, wo ich auch zur Schule ging und 1974 das Abitur ablegte. Nach einer zweijährigen Bundeswehrzeit habe ich in Heidelberg, Hamburg und Kiel Jura studiert. Nach ein paar Jahren im Sportmarketing habe ich 15 Jahre lang im Immobilienbereich gearbeitet, zunächst bei einem Maklerunternehmen, dann 9 Jahre lang bei einer Bank hier in Frankfurt und bei einer Immobilienfondsgesellschaft. Seit drei Jahren bin ich Partner in einer Personalberatungsgesellschaft und vermittle Führungskräfte in der Wirtschaft.
Ich habe zwei Töchter: Clara (12) und Margareta (10).
In die FDP bin ich 1989 eingetreten und war lange Jahre im Ortsbeirat Nordend als Fraktionsvorsitzender, bin Vorstandsmitglied der Frankfurter FDP und Sprecher für den Bereich Schule / Bildung / Integration.
Nach 15 Jahren im Nordend lebe ich seit 3 Jahren in Nieder-Eschbach, wo ich im FDP-Ortsvorstand nördliche Stadtteile für Nieder-Eschbach zuständig bin.
Womit beschäftigen Sie sich in ihrer Freizeit?
In meiner knapp bemessenen Freizeit beschäftige ich mich gerne mit der Geschichte meiner Familie, ich reite und spiele Golf und natürlich sind meine Töchter mein größtes und liebstes Hobby!
Haben Sie ein Lebensmotto, wenn ja welches?
• Frage nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern was Du für den Staat tun kannst.
• Die Zukunft ist für mich wichtiger als die Vergangenheit, denn in ihr gedenke ich zu leben
Wieso sind Sie politisch aktiv?
Wir leben in einer der freiheitlichsten Demokratien dieser Erde und für diese Freiheit lohnt es sich, aktiv zu sein und mit zu gestalten
Wer sind/waren ihre Vorbilder?
Politische Vorbilder sind die Väter unseres Grundgesetzes, besonders Theodor Heuss.
Was begeistert Sie an Frankfurt am meisten? Vervollständigen Sie folgenden Satz:
Frankfurt ist eine wunderbare Stadt, weil………… sie eine wundervolle, liberale und weltoffene Stadt ist, die sowohl kulturell als auch bildungsmäßig und in der Freizeit ein großes Angebot hat, zentral gelegen ist und trotz des Metropolen-Charakters eine sehr gemütliche Stadt ist.
Rubrik Bildung, Familie und Soziales
Wird dem großen Bereich der Bildung im Wahlkampf Rechnung getragen und welche großen bildungspolitischen Herausforderungen sehen Sie auf Hessen zukommen?
Bildung ist das höchste Gut und der wertvollste Rohstoff in einem Land, das nicht über Bodenschätze verfügt. Deshalb legt die FDP besonderen Wert auf gute Schul- und Hochschulpolitik. Die schnelle Einstellung neuer Lehrer, mit einer 105%igen Lehrerversorgung und eigenen Finanzmitteln, über die die Schule selbst verfügen kann, sowie eine Entzerrung der Lehrpläne bei den G8-Gymnasien gehören ebenso zu den zentralen Forderungen der FDP wie die Erhaltung der Schulvielfalt im Gegensatz zu der von der SPD geforderten Einheitsschule.
Was halten Sie von Studiengebühren? Welchen Stellenwert sollten Ihrer Meinung nach Studierende in unserer Gesellschaft zukünftig genießen?
Die FDP wird sich in der kommenden Legislaturperiode nicht für Studiengebühren im Erststudium aussprechen, hält aber eine angemessene Gebühr für Zweitstudien und Langzeitstudierende für angemessen.
Mit welchen Maßnahmen möchten Sie der weiter voranschreitenden Armut in unserer Gesellschaft begegnen? Wo muss die Politik ansetzen um das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Demokratie wieder zu stärken?
Deutschland entwickelt sich immer mehr weg von der Industrie-, hin zur Wissensgesellschaft. Armut hat auch mit fehlender Bildung und dem Gefühl von weiten Bevölkerungskreisen, ausgeschlossen zu sein, zu tun. Darum brauchen wir mehr Bildungsangebote für Arbeitslose, mehr Kinderbetreuung für alleinerziehende Eltern und eine einfachere Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse.
Immer mehr Bürger haben ihr Vertrauen in die Politik und die Politiker verloren. Deshalb dürfen Politiker in Zukunft vor der Wahl nicht Dinge versprechen, die sie hinterher nicht einlösen können. Wahlen sind die wichtigste Teilhabe der Bürger an der Demokratie. Die Bürger entscheiden auch anhand von Wahlversprechen. Daher muss nach der Wahl gelten, was vor der Wahl versprochen wurde. Alles andere zerstört das Vertrauen der Bürger. Unser Motto zu dieser Wahl ist: Unser Wort gilt
Rubrik Wirtschaft
Welchen Herausforderungen angesichts der aktuellen Weltwirtschaftkrise müssen wir uns ihrer Meinung nach besonders im Rhein-Main-Gebiet stellen?
Die aktuelle Wirtschaftskrise erfordert ein schnelles Handeln der Politik, um Beschäftigung und sozialen Wohlstand in unserem Land zu sichern. Dabei sollte die Politik jedoch nicht als Banker auftreten, sondern sich auf die politischen Kernaufgaben wie Straßen- und Schulneubau und Ausbau konzentrieren. Der Ausbau des Frankfurter Flughafens, einer „Jobmaschine“ für das Rhein-Main-Gebiet muss umgehend vollzogen werden.
Wie kann man in einer globalisierten Welt für mehr Transparenz im Bankengeschäft sorgen?
Darf der Staat im Zweifelsfall regulierende Rahmenbedingungen schaffen und selbst in den Markt eingreifen? Wo liegen die Gefahren? Wie ist die Grenze zwischen Staat und Markt zu definieren ihrer Meinung nach?
Das Gerüst der Kontrolle und der Rahmenbedingungen steht, wichtig ist jedoch eine verschärfte Kontrolle bestehender Regulierungen und die besondere Kontrolle von finanzmathematischen Konstruktionen, die nicht einmal die Banker, noch weniger aber die Kunden verstehen. Die FDP als Partei der Freiheit fordert jedoch auch weiterhin sowenig Staat wie nötig und soviel Markt wie möglich.
Statistische Untersuchungen aus der Wirtschaft zeigen, dass das Thema der Existenzgründung unter den Migrantinnen und Migranten einen hohen Stellenwert besitzt. Wie kann man diese potenziellen Unternehmer/in, bei der Verwirklichung ihrer Existenzgründungen unterstützen.
Bei Existenzgründungen, sowohl bei Migrantinnen und Migranten als auch Existenzgründern im Allgemeinen steht oft die Deutsche Regulierungswut dem Wunsch nach Selbständigkeit im Wege. Die FDP setzt sich für eine Entstrickung dieses Vorschriften-Wirrwarrs und die Bereitstellung notwendigen Informationsmaterials, gepaart mit einer Beschleunigung von Behördenvorgängen ein. Hier müssen die Anstrengungen unbedingt erhöht werden, auch die Möglichkeiten des notwendigen Startkapitals den Existenzgründern zur Verfügung zu stellen. Die FDP ist sehr an mehr Selbständigkeit und den daraus resultierenden Möglichkeiten für den Arbeitsmarkt interessiert.
Rubrik Umwelt
Stehen Umwelt und Ökonomie in einer Konflikt- oder in einer Harmoniebeziehung? Welchen Beitrag zur Problemlösung können wir von einer staatlichen Umweltpolitik erwarten, ohne dass Arbeitsplätze gefährdet werden?
Es muss ein gesundes Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie geben, die Umweltpolitik muss die Lebensgrundlagen in den Städten und im Land regeln und schützen, darf jedoch keine sinnlosen Auswüchse haben, die Arbeitsplätze gefährden und Firmen zur Abwanderung ins Ausland zwingen.
Was halten Sie vom Atomausstieg? Sind wir in der Lage mit alternativen Energien den steigenden Bedarf an Energie zu befriedigen. Wie kann man den steigenden Preisen bei Gas und Strom entgegnen?
Wir brauchen einen verlässlichen und wirtschaftlichen Energiemix, zu dem Atomenergie zurzeit dazu gehört. Der willkürliche Ausstieg ist klimaschädlich, erhöht unsere Abhängigkeit von undemokratischen Ländern und verteuert die Kosten der Wirtschaft. Da unsere Wirtschaft und unser Land derzeit nicht ohne Atomstrom auskommen würde, müsste zusätzlicher Strom von ausländischen Atom-Anbietern bezogen werden, die meist wesentlich umweltschädlicher produzieren. Der Welt wäre damit ein Bärendienst erwiesen.
Mit mehr Forschung muss erneuerbare Energie weiterentwickelt werden und die effizienteste Form eingesetzt werden. Leider wird momentan zu viel willkürlich festgelegt.
Stehen Sie zu den Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls? Welche Maßnahmen wollen Sie auf Landesebene ergreifen? Wie sollen langfristig die Zielwerte des Ozongesetzes erreicht werden?
Wir stehen uneingeschränkt hinter dem Kyoto-Protokoll, das befolgt werden muss. Da die Umweltpolitik in diesem Bereich zum größten Teil Bundesangelegenheit ist, kann Hessen nur mit effizientem Umgang mit Energien zu einer Verbesserung beitragen und mehr in die Forschung erneuerbarer Energien investieren.
Rubrik Sicherheit
Wie schätzen Sie unsere Sicherheitslage in Deutschland ein? Sind wir Terrorgefährdet? Welche Mittel stehen den freiheitlich demokratischen Ländern zur Verfügung um den Nährboden des Terrors zu entziehen.
Die jüngste Vergangenheit hat leider wieder einmal deutlich gemacht, dass jedes Land gefährdet ist. Ein weltweiter Verbund zur Bekämpfung terroristischer Aktivitäten ist deshalb notwendig. Die FDP setzt sich jedoch mit aller Kraft dafür ein, dass die Rechte der Bürger nicht durch Sicherheitsaspekte eingeschränkt werden und lehnt deshalb z. B. Onlinedurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss strikt ab.
Wie sollte man das Problem der Kriminalität in Frankfurt angehen. Haben wir Aussicht auf einen Rückgang der Kriminalität? Auf welchen Fakten beruht Ihr Optimismus oder Pessimismus in dieser Frage?
Gerade in Frankfurt ist das Problem der Kriminalität in den letzten Jahren erfolgreich angegangen worden. Der Rückgang der Kriminalität ist ein gutes Zeichen. Präventive Arbeit an den „Brennpunkten“, mehr sichtbare Polizei auf den Strassen und unangekündigte Kontrollen stärken auch das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger
Wie finden Sie die Entwicklung, dass die hessische Polizei verstärkt um Personen mit Migrationshintergrund wirbt?
Ausgezeichnet!
Rubrik Migrations- und Integrations- und Türkeipolitik
Wie stehen Sie zu einem Kommunalwahlrecht für Ausländer? Erläutern Sie bitte kurz ihre Sichtweise.
Wer in einer Stadt lebt und arbeitet sollte auch die politischen Wege seiner Gemeinde mitbestimmen können. Deshalb bin ich ein großer Verfechter kommunalen Ausländerwahlrechts und befinde mich damit im vollen Einklang mit der FDP-Haltung.
Es wird zurzeit eine Diskussion geführt, ob mehr muttersprachlicher Unterricht bei ausländischen Kindern das Erlernen der deutschen Sprache fördern oder hindern würde. Wie sieht Ihre Meinung dazu aus?
Zum vollumfänglichen Gelingen einer Integration gehört sicher das Erlernen der Deutschen Sprache. Im Berufsleben ist aber heute auch eine Mehrsprachigkeit unerlässlich. Aus diesem Grunde bin ich für den Ausbau mehrsprachiger Angebote, aber auch für das richtige Erlernen der Deutschen Sprache erscheint mir unumgänglich.
Was verstehen Sie persönlich unter Integration? Wann ist ein Mensch in eine Gesellschaft integriert. Welche Verantwortung tragen sowohl Migranten/innen als auch die Gesellschaft in Sachen Integration. Wodurch zeichnet sich eine gute Integration aus?
Die eigentliche Übersetzung des Begriffs Integration heißt die Zusammenführung mehrerer Teile zu einem systematischen Ganzen. Diese Definition finde ich sehr gut und zutreffend. Keiner sollte seine Identität aufgeben, aber gleichzeitig bereit sein zur Öffnung für den Anderen, sowohl für die Migranten/innen als auch für den Rest der Gesellschaft. Gute Integration bedeutet für mich gleiche Chancen für Alle!
Wie stehen Sie zum eventuellen Beitritt der Türkei in die Europäische Union. Welche Punkte sprechen für einen Beitritt und welche dagegen?
Wenn die Türkei die mit Europa ausgehandelten Kriterien erfüllt und einhält, sollte dieses spannende und schöne Land in die EU aufgenommen werden und die Gemeinschaft bereichern.
Rubrik Aleviten
In einigen Bundesländern wie in NRW, Hessen und Bayern wurde ab diesem Jahr mit alevitischen Religionsunterricht in den Grundschulen begonnen. Inwieweit sehen Sie einen Bedarf für einen flächendeckenden alevitischen Religionsunterricht und inwiefern haben Sie sich für diesen bereits stark gemacht?
Wenn der Bedarf nach alevitischem Religionsunterricht besteht, sollte die alevitische Gemeinde dies mit der Landesverwaltung verhandeln. Ob dies flächendeckend geschehen soll und muss, sollte am Bedarf orientiert werden. Gleichzeitig sollte aber in einem gemeinschaftlichen Ethik-Unterricht das Interesse und das Verständnis für die jeweils andere Religion geweckt werden.
Halten Sie den Wunsch der Alevitischen Gemeinde Deutschland für berechtigt, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts zu bilden? Welche Vor- und Nachteile sehen Sie?
Ich sehe keinen Nachteil und bin überzeugt, dass die Alevitische Gemeinde Deutschland das gleiche Recht zur Bildung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts hat wie jede andere Religionsgemeinschaft, wenn die entsprechenden Kriterien erfüllt werden.
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